Mittwoch, 11. Februar 2009

Notfunk im Amateurfunk

Als Background... als ehemaliger THW'ler und aktiver Amateurfunker interessiert mich das Thema "Amateurfunkdienst zur Unterstuetzung bei Katastrophen" natuerlich.

Zur Jahreswende 1999 / 2000 haben DO9.. und ich ( DO2.. ) zusammen Notfunkbetrieb beim THW Landesverband in Mainz gemacht. Es handelte sich um eine bundesweit durchorganisierte Aktion unter der Beteiligung von DARC, THW, und anderen Organisationen ( BOS ). Wir hatten eine Art festen Plan, nachdem dann die einzelnen Stationen (mit extra zugeteilten DER Rufzeichen) abgerarbeitet wurden und ein Status ausgetauscht wurde. Das Mainzer THW, die Versorgung vor Ort, sowie wie die Hilfe von Ottfried ( K07 ) sind mir noch in allerbester Erinnerung. Was man vom damaligen DARC Vorsitzenden nicht sagen kann, gelinde gesagt war sein Verhalten unprofessionell und nicht der Sache zutraegelich. Soviel zur ( persoenlichen ) Geschichte.

Es gibt bei den Amateurfunkern schon einige sehr erfolgreiche Notfunkgruppen / Initiativen.

Hier der Link zum Notfunk-Deutschland e.V.

Man soltle nicht vergessen, dass es sich um private Initiativen handelt, viele der Aktiven machen dies zusaetzlich zu ihrem Dienst bei der entsprechenden Hilfsorganisation.

Von Seitens der Amateurfunker gab es wohl eine Anfrage an das Bundesamt fuer Bevoelkerungsschutz und Katastrophenhilfe, der tatsaechliche Ablauf bzw. Hintergrund ist mir nicht bekannt.

Antwort BBK (PDF)

Es fallen mir allerdings einige Dinge im Schreiben auf, die ich hier erwaehnen moechte:

1. "Ihr Schreiben vom 12.09.2008" - Antwort ist vom 03.11.2008

2. Es wird auf das GMLZ, Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Laendern verwiesen.

3. ...Lagezentren der Innenministerien der Laender seien ueber mehrere, redundante Wege, auch von terrestrischer Kommunikation unabhaengige (Wege erreichbar)

4. "Aus diesen Gruenden ist eine Nutzung des Amateurfunkes zur Aufgabenerfuellung in meinem Haus nicht vorstellbar. Ich bitte daher um Verstaendnis, dass ein Gespraechstermin nicht sinnvoll erscheint."

Persoenliche Kommentierung:

Meiner Meinung nach fehlt es definitiv an Weitsicht. Ein bisschen mehr offizielle Unterstuetzung wuerde nicht schaden, auch gegenueber den engagierten Mitgliedern in den diversen Notfunkgruppen. Warum tut man sich in der BRD so schwer? Ein Schritt in Richtung des Modells wie es in den U.S.A. praktiziert wird waere wuenschenswert.
Mir sind Freiwillige Feuerwehren und THW Ortsverbaende bekannt, welche auf keinem unabhaengigen Weg erreichbar sind, da waere es doch schoen, wenigstens einen Plan in der Schublade zu haben, vorallem wenn er mit minimalsten / keinen Kosten verbunden ist. Diverse Grossereignisse ob nun lokal BRD ( Oderhochwasser ) oder weltweit ( Costa Rica, Tsunami 2006 ) mit erfolgreicher Amateurfunkbeteiligung sollten eigentlich Anregung genug sein.
Es waere schoen Bevoelkerungsschutz und Notfunk vereinen zu koennen, es muss ja nicht gleich ein Gesetz sein, aber eine offzielle Unterstuetzung / Empfehlung kann auch helfen.

Der Artikel soll nicht schaedigen, sondern anregen nochmal ueber das Thema nachzudenken - es ist eine Chance.